Allgemein Ausflug Schulleben

Gesamtschüler erobern den Plenarsaal

Aufgeteilt auf zwei Termine eroberte der Jahrgang 8 am 16. und am 23. November den Düsseldorfer Landtag. Trotz der schrecklichen Ereignisse in Paris nur wenige Tage zuvor hielt unser Landesparlament seine Tore offen, so dass sich alle Schüler nach einer obligatorischen Taschen- und Personenkontrolle, wie man sie schon seit Jahren von den Flughäfen kennt, zunächst bei einem „zweiten Frühstück“ in der Landtagskantine stärken konnten.

Anschließend ging es in den Plenarsaal, in jenen Raum also, in dem ansonsten der Landtag seine Sitzungen abhält und wo sich die Abgeordneten teils heftige Redeschlachten liefern. Doch das Programm bestand nicht alleine aus einer Besichtigung des Plenarsaals! Hier angekommen sollten die Schüler ganz ungezwungen auf den Sitzen der Abgeordneten Platz nehmen um eine Landtagsdebatte zu simulieren. In der Einführung zur Debatte wurden den Schülern noch einmal die Grundlagen unserer parlamentarischen Demokratie aufgezeigt, sofern sie noch nicht im Unterricht behandelt worden waren. Voraussetzungen für eine Kandidatur zum Landtag? Volljährigkeit, deutsche Staatsangehörigkeit und Wohnsitz in Nordrhein-Westfalen. Bezeichnung für die Beratung eines Gesetzesentwurfs? Lesung. Wie nennt man die parlamentarischen Zusammenschlüsse der Abgeordneten einer Partei? Fraktion. Wer darf Gesetzesentwürfe in den Landtag einbringen? Landesregierung, Fraktionen und eine Gruppe von mindestens sieben Parlamentariern.

Und hier setzte dann die Simulation an: Anhand eines fiktiven Gesetzesentwurfszum Wahlrecht ab Geburt wurden zunächst die wichtigsten Posten vergeben: Landtagspräsidentin, Ministerpräsidentin, stellvertretende Ministerpräsidentin und Fraktionsvorsitzende. Nachdem die ersteren ihre Plätze im Präsidium bzw. auf der Regierungsbank eingenommen hatten, durften die Fraktionsvorsitzenden die Redner ihrer Fraktionen an das Rednerpult entsenden, oder aber auch selber das Wort ergreifen.

Nach einem munteren Auf- und Ab der Argumente, mal überzeugend, mal nachbesserungswürdig (also ganz wie im Original!), wurde der Gesetzentwurf zur weiteren Beratung in die zuständigen Ausschüsse verwiesen und die Debatte nahm ein Ende.

Ein Ende nahm unser Programm damit noch lange nicht, denn nun stellte sich in einer abschließenden Gesprächsrunde der Troisdorfer Landtagsabgeordnete Achim Tüttenberg (SPD) den zum Teil bohrenden Fragen unserer Schüler. Auch hier befanden wir uns wieder an Originalschauplätzen der Landespolitik, denn Herr Tüttenberg empfing uns im Fraktionssaal der SPD. Eine muntere Fragerunde über aktuelle Themen wie Flüchtlingspolitik und Terrorismus, aber auch über grundsätzliche Themen wie Gründe für den Einstieg in die Politik und die Verdienstmöglichkeiten eines Landtagsabgeordneten setzte ein, so dass es schwerfiel, die vorgegebenen 60 Minuten nicht zu sehr zu überziehen.

Damit fand dann aber auch das Programm sein Ende und die Schüler konnten voller Eindrücke aus dem politischen Düsseldorf den Heimweg antreten. Ein herzliches Dankeschön dem Besuchsdienst des Landtags NRW und dem MdL Tüttenberg.

M. Käufer